Veröffentlicht am 12. Juni 2026

PeBeM und KubA: Neue Ansätze für eine bessere Pflege

In der Pflege treffen steigende Versorgungsbedarfe auf einen anhaltenden Fachkräftemangel. Dadurch gewinnen neue Konzepte für Personalplanung und Personaleinsatz zunehmend an Bedeutung.

Ziel ist es, vorhandene Ressourcen besser zu nutzen und die Versorgungsqualität nachhaltig zu sichern. In diesem Zusammenhang spielen PeBeM und KubA eine wichtige Rolle.

Doch was steckt hinter diesen Begriffen?

Personalbemessung in der Pflege

PeBeM (Personalbemessung in der Pflege), ist gesetzlich im SGB XI verankert. Insbesondere im § 113c SGB XI → Personalanhaltswerte für vollstationäre Pflegeeinrichtungen sowie im § 8 Abs. 3b SGB XI → Modellprogramm zur Personalbemessung (PeBeM). Hier ist geregelt, dass bundesweit einheitliche Personalrichtwerte entwickelt und angewendet werden können.

Kompetenz- und bewohnendenorientierte Arbeitsorganisation

KubA (Kompetenz- und bewohnendenorientierte Arbeitsorganisation) ist ein daraus entwickeltes Organisationskonzept (kein Gesetz). Rechtlich angebunden ist es ebenfalls an den § 8 Abs. 3b SGB XI (Modellprogramm zur Weiterentwicklung der Personalbemessung).

PeBeM (Personalbemessung in der Pflege) unterstützt dabei, den tatsächlichen Personalbedarf in Pflegeeinrichtungen realistischer zu erfassen. So kann die Personalausstattung stärker am individuellen Pflegebedarf der Bewohnerinnen und Bewohner ausgerichtet werden. Gute Pflege hängt jedoch nicht allein von der Anzahl der Mitarbeitenden ab. Entscheidend ist auch, wie vorhandene Kompetenzen eingesetzt werden. Genau hier setzt KubA (Kompetenz- und bewohnendenorientierte Arbeitsorganisation) an.

Das Konzept sieht vor, Aufgaben entsprechend der Qualifikation und Profession im Team zu verteilen: Pflegefachpersonen übernehmen komplexe pflegerische Tätigkeiten, während Assistenzkräfte und weitere Berufsgruppen ihre jeweiligen Stärken gezielt in den Pflegeprozess einbringen. Eine solche Arbeitsorganisation kann die Zusammenarbeit im Team verbessern, Fachkräfte entlasten und gleichzeitig mehr Zeit für die direkte Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner schaffen.

Ein Praxisbeispiel

In vielen Einrichtungen übernehmen Pflegefachpersonen noch zahlreiche Tätigkeiten, die nicht zwingend ihre fachliche Qualifikation erfordern. Durch KubA werden diese Aufgaben gezielter verteilt. Dadurch entsteht mehr Raum für Beratung, Pflegeplanung und komplexe pflegerische Entscheidungen.

PeBeM und KubA zeigen deutlich

Gute Pflege braucht nicht nur ausreichend Personal, sondern auch eine sinnvolle und strukturierte Aufgabenverteilung. Werden Kompetenzen gezielt eingesetzt, profitieren sowohl Pflegebedürftige als auch Mitarbeitende. Gleichzeitig bietet sich die Chance, pflegerische Expertise stärker sichtbar zu machen und professionelles Handeln klarer zu positionieren.

Viele Grüße aus dem Referat Pflege!


Weitere Informationen und Quellen:

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