Veröffentlicht am 27. August 2019

Pflegepersonal aus dem Ausland – die Lösung für den Fachkräftemangel?

Pflegekraft hilft Seniorin beim Anziehen

Die Fachkraftakquise aus dem Ausland soll aktuell auch im Saarland zur Reduzierung der Personalprobleme genutzt werden, scheitert aber oft schon an den langwierigen Anerkennungsverfahren und den nicht ausreichenden Angeboten an guten Sprachkursen.

Ein bei der saarländischen Standortagentur Saaris angesiedeltes Modellprojekt soll dazu beitragen, zielführend und  qualitätssichernd mehr  Fachkräfte für die Pflege aus dem Kreis der Migranten zu gewinnen.  Hierbei ist es äußerst  wichtig, dass diese Akquise nicht dazu führen darf, dass  die Gesundheitsversorgung in dem Herkunftsland der ausländischen  Fachkräfte bedroht wird.

Zuzug kann für den bestehenden Mangel aber nur eine punktuelle Entlastung bieten und birgt auch die Gefahr der Überlastung der bereits vorhandenen Pflegekräfte durch Verständigungsprobleme und durch ein unterschiedliches Pflegeverständnis, zu dem können Verständigungsprobleme aus Patientensicht problematisch sein.

Der Einarbeitungsaufwand ist relativ hoch, das Berufsbild in Deutschland (deutlich) anders geprägt. Viele zugezogene Pflegefachkräfte verlassen nach der Anerkennung, sobald es ihr Aufenthaltsstatus erlaubt, die Bundesrepublik, zum Beispiel in Richtung Großregion. Die zu wünschende Nachhaltigkeit dieser Personalbeschaffungsmaßnahme muss sich daher erst noch zeigen.

Zur Bewältigung des Fachkräftemangels muss daher insbesondere auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor Ort gesetzt werden, damit die Beschäftigten nicht zu früh aus dem Beruf ausscheiden oder in Teilzeit wechseln. Hierunter fallen zum Beispiel auch Maßnahmen im Bereich des Gesundheits-und Arbeitsschutzes und der Dienstplangestaltung.

Davon unbenommen muss die Bundespolitik Rahmenbedingungen für ein modernes Zuwanderungsgesetz schaffen. Die Landesregierung sollte zudem durch die Aufstockung von Personal im Landesamt für Soziales Anerkennungsverfahren unter Beibehaltung der Qualität beschleunigen.

Zu diesem Thema und zum Thema der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit „Pflege in der Großregion“ finden Sie weitere Informationen in unserem Jahresbericht „Pflege im Saarland – Herausforderungen gemeinsam gestalten.“

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