Veröffentlicht am 12. November 2021

Welt-Diabetes-Tag am 14. November 2021

30 Jahre „Welt-Diabetes-Tag“ und 100 Jahre „Insulin“!

Der 14. November ist der Geburtstag von Frederick G. Banting, der zusammen mit Charles Herbert Best 1921 das lebenswichtige Hormon Insulin entdeckte. Seit 1991 wird dieser Tag, als ein Tag der Internationalen Diabetes-Föderation (International Diabetes Federation, IDF) und der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) durchgeführt und ist seit 2007 ein offizieller Tag der Vereinten Nationen (United Nations, UN). Damit ist er, neben dem Welt-AIDS-Tag, der im Jahre 1988 ausgerufen wurde, der zweite Tag, der einer Krankheit gewidmet ist. Das internationale Symbol für Diabetes und den Weltdiabetestag ist ein blauer Kreis – der „Blue Circle“. Der Kreis symbolisiert schon seit jeher das Leben und die Gesundheit, die Farbe Blau vereinigt die Länder unter dem Himmel, und ist gleichzeitig die offizielle UN-Farbe.

 

Das Thema des Weltdiabetestages 2021 bis 2023: Der Zugang zur Diabetesversorgung

 

Was ist Diabetes?

Der Diabetes mellitus im Volksmund auch „Zuckerkrankheit“ genannt ist eine chronische Erkrankung. Sie entsteht, wenn subtile Stoffwechselvorgänge im Körper über einen längeren Zeitraum so gestört sind, dass die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigt wird. Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genug Insulin produziert bzw. wenn der Körper das produzierte Insulin nicht mehr richtig verwerten kann, erhöht sich der Blutzucker (Glucosekonzentration im Blut). Die Folge ist eine „Hyperglykämie“- zu hoher Blutzucker.

 

Man unterscheidet zwei Formen:

Typ-1-Diabetes ist durch eine mangelnde Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse gekennzeichnet. Die Erkrankung zeigt sich bereits im Kindesalter. Bisher gibt es keine Heilung und die Patienten müssen lebenslang Insulin spritzen. Der Diabetes Typ 1 wird deshalb auch als insulinabhängiger oder kindlicher Diabetes bezeichnet. Die Ursachen können Vererbung einer genetisch bedingten Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse, akute Virusinfektionen (zum Beispiel Mumps, Röteln oder Coxackie B- Viren) oder eine Autoimmunerkrankung sein.
Coxsackie-Viren sind RNA-Viren und zählen zur Gattung der Enteroviren, zur Familie der Picornaviren. Man kann die Serotypen A und B unterscheiden, die sich wiederum in mehrere Untergruppen einteilen lassen.Zu den Picornaviren zählen gleichzeitig auch die Polioviren (Erreger der Poliomyelitis/Kinderlähmung) sowie das Hepatitis A-Virus.

Typ-2-Diabetes entsteht langsam durch eine immer schlechter werdende Insulinaufnahme der Körperzellen. Er kann sich schleichend über Jahre entwickeln und manifestiert sich meist erst im Erwachsenenalter und wird deshalb auch „Alterszucker“ genannt. Die Ursachen sind meistens erbliche Veranlagung, Übergewicht und körperliche Inaktivität. Die Bauchspeicheldrüse produziert immer mehr Insulin, um die Stoffwechselprozesse aufrecht zu erhalten, allerdings werden die Zellen immer unempfindlicher und entwickeln eine Insulinresistenz. Irgendwann gibt die Bauchspeicheldrüse „wegen chronischer Mehrbeanspruchung und Erschöpfung“ auf und stellt ihre Funktion ganz ein. In den letzten Jahren hat man beobachtet, dass auch zunehmend junge Erwachsene, sogar Jugendliche daran erkranken.

Die Frühsymptome können ständiges Wasserlassen, starker Durst, Juckreiz, gesteigerte Nahrungsaufnahme, verschwommenes Sehen und Schwäche sein.

Die Spätfolgen bei Diabetikern mit dauerhaft hohen Blutzuckerwerten sind schwere Folgeerkrankungen an den Blutgefäßen, Nervenschädigungen an Armen oder Beinen, oder auch Organen sowie Schlaganfälle, Herzinfarkte, Amputationen (diabetischer Fuß), Erblindungen und Dialysebehandlungen. Insgesamt steigt die Infektanfälligkeit. Menschen mit Diabetes sterben fünf bis zehn Jahre früher- schuld ist meist die zu spät gestellte Diagnose.

Die Diagnose wird mit Hilfe einer Blutuntersuchung, in der man die Glukosekonzentration im Blutplasma misst, gestellt. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser die Prognose.

Die Therapie erfolgt durch ein gutes Diabetes-Management. Blutzuckerregulierende Medikamente und/oder Insulininjektionen, Ernährungsumstellung und Bewegung. Wird der neu ausgerichtete Lebensstil diszipliniert und konsequent eingehalten, Medikamente regelmäßig eingenommen und der Blutzucker überwacht, können Folgeschäden des Diabetes mellitus verzögert werden.

Laut dem Diabetes-Atlas der Internationalen Diabetes-Föderation aus dem Jahr 2019 leben weltweit 463 Millionen Menschen mit Diabetes. Bis 2045 wird diese Zahl Schätzungen zufolge auf 700 Millionen anwachsen. Die meisten Diabetiker zwischen 20 und 79 Jahren leben in China, Indien und den USA. Deutschland liegt mit 7 Millionen Diabetikern im internationalen Vergleich auf Platz 8. Schätzungsweise 1,3 Millionen leiden an der Erkrankung ohne es zu wissen. Dies ergab eine Auswertung von Daten der bundesweiten Befragungs- und Untersuchungssurveys des Robert Koch-Instituts.

 

100 Jahre nach der Entdeckung von Insulin haben noch immer nicht alle Menschen Zugang zu dem lebensrettenden Medikament. Millionen von Menschen bekommen nicht die Versorgung und Pflege, die sie benötigen!

 

Am 14.11.2021 wird der „Weltdiabetes-Tag“ unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministeriums in Düsseldorf eröffnet. Wer sich dafür interessiert oder sich anmelden möchte, findet weitere Infos unter folgendem Link: www.weltdiabetestag.de.

Viele Grüße aus dem Referat Pflege

 

Tools:

Der Deutsche Diabetes-Risiko-Test ermittelt ihr persönliches Risiko, in den nächsten 5 Jahren an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Unter folgendem Link können Sie den Test durchführen: www.weltdiabetestag.de/unerkannt-unterwegs.

Anmelden für die Live-Veranstaltung auf Facebook: #docday° on World Diabetes Day.

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