Veröffentlicht am 4. Juni 2019

Berufliche Herausforderungen besser meistern mithilfe von Supervision

Teamwork: Krankenschwestern und Ärzte legen Hände aufeinander

In unserem letzten Blog-Beitrag haben wir die neu aufgelegte Arbeitskammer-Broschüre „Gesund pflegen“ vorgestellt, in der es um die Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie die Beurteilung von Gefährdungen geht. Gegenstand einer ganzheitlichen Gefährdungsbeurteilung sollten im Idealfall auch psychische Belastungsfaktoren sein.

Diese können mithilfe einer anonymisierten Befragung der Beschäftigten oder im Rahmen von Workshops ermittelt und anschließend im Kontext mit anderen Gefährdungen beurteilt werden.

Ein Instrument, um Konflikte und Belastungen am Arbeitsplatz zu identifizieren, ist die Supervision. Diese kann auch hilfreich bei der Bearbeitung der identifizierten Probleme sein. Als eine Methode zur Förderung professioneller Entwicklung unterstützt Supervision Beschäftigte außerdem darin, den stetig wachsenden Anforderungen sowie den beruflichen Herausforderungen gerecht zu werden.

Formen der Supervision in der Pflege

Im Bereich der Pflege kommen vor allem zwei Formen der Supervision zum Einsatz, die Team-Supervision und die Fall-Supervision.

Bei der Team-Supervision unterstützt ein Außenstehender („Supervisor*in“) eine Arbeitsgruppe („Team“) bei internen Arbeitsproblemen. Der Vorteil dieser Form der Supervision liegt darin, dass zentrale Probleme im Team aus mehreren Perspektiven beleuchtet werden. Von Vorteil ist auch, dass diejenigen, von denen die Rede ist, selbst anwesend sind und somit die Möglichkeit haben, Stellung zu beziehen.

In der Fall-Supervision wird die Situation eines bestimmten Patienten besprochen, um den Umgang mit ihm zu planen und zu verbessern. Teilnehmende einer Fall-Supervision müssen nicht zwingend Mitglieder eines Teams sein, sondern es können grundsätzlich alle Personen beteiligt werden, die mit dem betroffenen Patienten zu tun haben (z. B. behandelnde Ärzte). Auch hier wird der Prozess durch eine Supervisorin oder einen Supervisor begleitet und durch die Reflexion von Konflikten sowie das Bearbeiten von Problemen innerhalb der Gruppe werden Lösungsansätze und Ressourcen sichtbar. Dies führt letztlich zu einer Entlastung der Betreuenden und zu einer Verbesserung der Betreuungssituation.

Aktueller Status quo in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen

Bei ihren Besuchen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen machen sich die AK-Pflegereferenten regelmäßig ein Bild von den Arbeitsbedingungen vor Ort und tauschen sich mit beruflich Pflegenden aus. Dabei stellten sie fest, dass Supervision bereits in einigen Einrichtungen als Instrument eingesetzt wird. Dort bestätigen Beschäftigte, dass die Methode ihnen dabei hilft, mit den Belastungen ihrer Tätigkeit besser zurechtzukommen.

Gleichzeitig besteht in vielen Einrichtungen Handlungsbedarf, denn Supervision ist längst noch nicht überall gelebte Praxis. Es wäre wünschenswert, wenn diese Form der professionellen Auseinandersetzung und Reflexion des beruflichen Handelns weitere Verbreitung finden würde. So könnten festgefahrene Meinungen wieder beweglich und tief sitzende Probleme besser sichtbar gemacht werden.

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