Veröffentlicht am 12. Juni 2020

„Ich bin eine*r von 18.000“ Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege

Mit der neuen Kampagne „Ich bin eine*r von 18.000“ macht die Arbeitskammer auf die Situation von Beschäftigen in der Pflege aufmerksam – und lässt dabei Pflegekräfte selbst sprechen. Im Mittelpunkt der Kampagne steht die Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege.

„Die Beschäftigen in der Pflege leisten jeden Tag enorm wichtige Arbeit für uns alle – nicht nur in Corona-Zeiten. Uns geht es darum, den Beschäftigten ein Gesicht und eine Stimme mit Gewicht zu geben, um bessere Arbeitsbedingungen zu erreichen“, sagt Beatrice Zeiger, Geschäftsführerin der Arbeitskammer.

Applaus und warme Worte reichen nicht aus

In sechs Spots mit einer Länge von etwa einer Minute werden Pflegebeschäftigte bei der Arbeit gezeigt und kommen selbst zu Wort. Sie machen auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Alten- und Krankenpflegekräfte aufmerksam, im Saarland umfasst diese Berufsgruppe rund 18.000 Beschäftigte. „Das ist eine große Gruppe. Die Pflege-Beschäftigten bekommen aber politisch nicht die Aufmerksamkeit, die ihnen eigentlich zusteht. Uns geht es explizit um alle Pflegekräfte, also auch Pflegehilfskräfte. Applaus und warme Worte reichen nicht aus. Sie brauchen bessere Arbeitsbedingungen. Darauf wollen wir gerade vor dem Hintergrund der Corona-Krise aufmerksam machen “, erklärt Zeiger.

Deshalb richtet die Arbeitskammer in den Spots auch Forderungen an die Politik – darunter einen besseren Personalschlüssel, eine höhere Entlohnung, verlässliche Dienstpläne und das Einhalten von Höchstarbeits- und Pausenzeiten. Zeiger: „Wir fordern ein, auf dem Grundsatz guter Arbeitsbedingungen in der Pflege aufbauendes, gutachterbasiertes Personalbemessungssystem (PPR 2.0). Auf dem Weg dahin, müssen die aktuell ausgesetzten Personaluntergrenzen jetzt endlich wieder scharf gestellt werden.“

Die Arbeitskammer warnt vor einem enormen Fachkräftemangel in der Pflege. Um einen Personalnotstand in der Pflege zu verhindern, müsse die Attraktivität der Pflegeberufe steigen. „Um mehr Menschen für die Pflegeberufe zu gewinnen, müssen wir die Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessern. Dazu braucht es vor allem politischen Willen und eine Abkehr von der reinen Fokussierung auf betriebswirtschaftliche Kennziffern“, so Zeiger.

Das System der Fallpauschalen sorge in den Kliniken dafür, dass Pflege systematisch unterpersonalisiert werde. Zeiger: „Mit der Pflege verdienen die Kliniken kein Geld. Warum sollten sie also mehr Pflegekräfte einstellen? Die Fallpauschalen begünstigen ein systematisches Ausquetschen der Pflege.“

„Die Beschäftigen verdienen dringend mehr Anerkennung für ihre Arbeit. Die Beschäftigen in der Pflege sind mit Überzeugung und Engagement bei ihrer Arbeit. Auch bei der Produktion der Spots waren wir wieder begeistert, wie deutlich die Pflegekräfte dies ausstrahlen. Zu Klatschen und Danke zu sagen, reicht aber nicht aus. Die Anerkennung für ihre geleitestete Arbeit, muss sich deutlicher zeigen“, so die Geschäftsführerin abschließend.

Der erste Spot der Pflegekampagne „Immer da, wenn es darauf ankommt“

Fünf weitere Spots werden aktuell produziert und nach und nach veröffentlicht.

Weiter Infos zur Online-Pflegekampagne

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