Veröffentlicht am 2. Mai 2019

Rückblick 5. Saarbrücker Gesundheitskongress „Salut!

Mehr Gesundheit in der Pflege wagen! – Impulse für eine Präventionsoffensive

Der Fachkongress „Salut! Dasein gestalten“ bot seinen Besuchern drei Tage ein hochaktuelles Programm mit namhaften Referenten, die sich mit Entwicklungen der Gesundheits- und Pflegeversorgung aber auch Gesundheitswirtschaft befassten.

Zahlreiche Fachvorträge zu Themen der Versorgungsstrategien, Qualität der Gemeinschaftsverpflegung und Lösungswege zur Erleichterung des Alltags der Pflegekräfte standen beim Gesundheitskongress 2019 auf dem Programm.

Es stellte sich auch die Frage, ob Reformen und Veränderungen wie etwa das Pflegestärkungsgesetz das 2017 angestoßen wurde, für eine ausreichende Entlastung der professionell Pflegenden sorgt.

Nicht genug, wie Heike-Rebecca Nickl, Referentin für Arbeitsschutz und Arbeitsorganisation der Arbeitskammer des Saarlandes, in ihrem Vortag am 11. April beim Gesundheitskongress „Salut!“ zusammengefasst hat.

Fachvortrag „Überlastet, ausgebrannt, frühberentet – Pflegekräfte am Limit?“

Frau Nickls Vortrag „Überlastet, ausgebrannt, frühberentet – Pflegekräfte am Limit?“ konzentrierte sich auf die anhaltend hohe Gesundheitsbelastung in der Pflege. Aber auch auf welchen betrieblichen, personellen und persönlichen Ebenen Maßnahmen für einen guten Arbeits- und Gesundheitsschutz umzusetzen wären.

Studien zeigen, dass sich belastende Faktoren, zu denen Schicht- und Nachtdienste, vorherrschender Zeitdruck und körperliche Beanspruchung zählen, sich gegenseitig verstärken. In Folge zeigt sich bei Pflegenden eine überdurchschnittlich hohe Krankschreibungsrate aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychischen Störungen wie etwa Burn-Out und Depression.

Dass sich unter den Bedingungen nur ein Fünftel der Pflegenden vorstellen kann, ohne Einschränkungen bis zum gesetzlichen Rentenalter weiter arbeiten zu können, ist insbesondere vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels in der Pflege erschreckend. Beim Durchschnitt aller Berufsgruppen liegt diese Einschätzung bei immerhin 48 Prozent.

Als Folge der Arbeitsbedingungen und der gesundheitlichen Belastungen wechseln Pflegekräfte nach Möglichkeit in weniger belastende Berufe im Gesundheitswesen oder reduzieren ihre Arbeitsstunden deutlich. 2014 arbeiteten zum Beispiel ca. 53 % der Pflegekräfte in Teilzeit.

Entgegenwirken kann hier nur die konsequente Durchführung der vom Gesetzgeber geforderten Beurteilung der Gefährdungen und Belastungen. Die Ergebnisse dieser Gefährdungsbeurteilung gemäß Arbeitsschutzgesetz sind die notwendigen Parameter für ein ernst zu nehmendes betriebliches Gesundheitsmanagement. Auf allen oben genannten Ebenen müssen Veränderungen erfolgen. Rein verhaltensbezogene Maßnahmen bei den Pflegekräften einzufordern kann keine anhaltenden Verbesserungen bewirken.

Neben den Vorträgen gab es für die etwa 1.000 Fachbesucher zahlreiche Infostände. Auch die Arbeitskammer des Saarlandes war mit einem Stand auf dem Gesundheitskongress vertreten.

Weitere Infos zu den Angeboten der AK auf dem Gesundheitskongress

 

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